Prospektion und Feldgrabung Gräberfeld Visbek

Prospektion und Feldgrabung Gräberfeld Visbek

Ein Hausgrundriss aus der Jungsteinzeit, ein Gräberfeld aus der Bronzezeit und einen Friedhof aus dem Frühmittelalter haben wir in am Ortsrand von Visbek im Nordwesten Niedersachsens ausgegraben und umfangreich dokumentiert. 

Vor der Erschließung einer Neubausiedlung in der Nähe eines bekannten Bodendenkmals beauftragte uns die Gemeinde Visbek mit der archäologischen Prospektion und Ausgrabung dreier Bauabschnitte in einer Feldgrabung.

Im ersten untersuchten Bauabschnitt haben wir ein bronzezeitliches Gräberfeld entdeckt. Es gab 250 archäologisch relevante Befunde, genauer gesagt Reste von Urnen aus Ton und Leichenbrand aus hellen Knochenbröseln.

Im nächsten Bauabschnitt sind wir noch auf weitere bronzezeitliche Urnengräber gestoßen. Außerdem fanden wir Reste einer Siedlung aus der Eisenzeit. Hauptfund war ein Friedhof aus dem beginnenden 9. Jahrhundert. Interessant deshalb, weil der Ort Visbek genau zu dieser Zeit christianisiert wurde. So fanden wir vorchristliche Gräber in Nord-Süd-Richtung mit allerlei Grabbeigaben wie Gefäße, Glasperlen, Messer, Ketten und Reitersporen. Und wir stießen auf christliche Gräber, in denen die Leichname in West-Ost-Richtung nahezu ohne Beigaben bestattet wurden.

Eins von drei Häusern der Trichterbecherkultur
In der letzten von uns untersuchten Bauabschnitt haben wir den Grundriss eines Hauses, sowie zwei Flachgräber aus der jungsteinzeitlichen „Trichterbecherkultur“, benannt nach den charakteristischen Gefäßformen der Zeit (etwa 3000 vor Christi Geburt), ausgegraben. Häuser dieses Typs gibt es vollständig erhalten nur drei Stück in Deutschland - eins davon in Visbek.

nach oben