Die archäologischen Ausgrabungen durch die Firma denkmal3D an der Vechtaer Straße auf dem Gelände des Vulhops in Lohne

Erste Ergebnisse der noch laufenden Auswertungen

Aufgrund des geplanten Baus einer Sporthalle der Stadt Lohne an der Vechtaer Straße wurden vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Stützpunkt Oldenburg, auf der Flur Vulhop im Jahr 2015 archäologische Untersuchungen in Form von Prospektionsschnitten durchgeführt. Dabei wurden fünf Suchgräben auf dem Grundstück angelegt. Hier wurden bereits zahlreiche Befunde in Form von großen Gruben und Pfostenverfärbungen sowie unterschiedliches Fundmaterial dokumentiert, welche in die Zeit des Hoch- bis Spätmittelalters datiert werden können.

Durch die Ergebnisse der durchgeführten Voruntersuchungen wurde für das Jahr 2016 eine umfassende archäologische Ausgrabung auf dem Gelände beauflagt, welches sich am Südosthang des Vulhops, einem in der Eiszeit entstandenen Hügel, liegt.

Die archäologische Ausgrabung des Areals wurde von der Vechtaer Grabungsfachfirma denkmal3D durchgeführt, die Leitung vor Ort wurde der Archäologin Melanie Müller M.A. übertragen. Die Ausgrabungsarbeiten fanden von April bis Ende Juni 2016 statt. In dieser Zeit bearbeitete das Grabungsteam insgesamt 460 Befunde im Planum und auch im Profil auf der 12.040 m² großen Fläche. Hierbei wurden auch für verschiedene Schichtungen innerhalb eines Befundes Nummern vergeben, um diese in der Datenbank genauer zu beschreiben. Nachdem die gesamte Fläche mithilfe eines Baggers der Firma GABAU aus Lohne unter ständiger archäologischer Aufsicht freigelegt wurde, begannen die Dokumentationsarbeiten der archäologisch relevanten Bodenverfärbungen im Planum. Dies bedeutet, dass sie in der Fläche fotografiert und mittels Datenbank alle Informationen festgehalten wurden. Alle Befunde und auch Störungen moderner Art wurden tachymetrisch eingemessen, sodas daraus ein lagerichtiger, georeferenzierter Plan erstellt werden konnte. Nach Abschluss der vollständigen Planumsaufnahme interessierte die Archäologen die noch erhaltene Tiefe der als Befund angesprochenen Bodenverfärbungen. Nach Abschluss der vollständigen Aufnahme wurden die Befunde in der Tiefe untersucht. Dies erfolgte mit der Anlage von Profilschnitten, sodass die Gruben und Befunde in ihrer Form und Tiefe fotografisch, zeichnerisch (Maßstab 1:20) und beschreibend dokumentiert werden konnten. Das Areal wird von Südwest nach Nordost durch den alten Vulhopsweg geschnitten. Die Bodenverhältnisse auf der gesamten zu bearbeitenden Fläche variierten stark. Während nördlich des alten Vulhopsweges Sand vorherrschte, bestand der Boden südlich des Weges hauptsächlich aus Lehm, der sich als Band von West nach Ost zog und im östlichen Bereich der Fläche in Podsol überging. Nördlich der Vechtaer Straße waren die Bodenverhältnisse sehr nass und sandig, was zu erschwerten Dokumentationsbedingungen führte, so dass einige der Befunde nur noch als Situationsfoto festzuhalten waren, da diese direkt nach dem Anlegen der Profile einstürzten.

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Schriftenreihe „Laon – Lohne 2016“ (Neue Schriftenreihe des Heimatvereins Lohne e.V. Band 16)


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