Baubegleitende Ausgrabung Kapitelplatz Vechta

Ein typisches Beispiel für eine baubegleitende Ausgrabung war der Neubau eines Ärztehauses mit Tiefgarage in Vechta. Dabei haben wir die Ruinen der alten Vechtaer Burg und des Klosters freigelegt und dokumentiert.

Insgesamt stießen wir auf mehr als 300 Befunde. Besonders wertvoll: Eine silberne Ringfibel aus dem Mittelalter. Außerdem fanden wir sechs neuzeitliche Brunnen und jede Menge historische Fundamente des Nonnenklosters "Süstern Hus", ein Wehrturm und Mauerreste der Burg.

Zu den vielen Funden gehörten auch allerhand Waffen und Ausrüstung, die auf kriegerische Auseinandersetzung schließen lassen. So fanden wir zahlreichen Kanonen- und Musketenkugeln, teils verzierte Harnischteile und vier historische Schusswaffen, die in einmaliger Art die Entwicklungsgeschichte von drei Jahrhunderten (15. bis 17. Jahrhundert) widerspiegeln. Hervorzuheben ist auch die hervorragende Erhaltung von Holz- und Lederfunden. Frühneuzeitliche Holzgefäße und Bestandteile von Lederschuhen stellten bei den Grabungen auf dem Kapitelplatz keine Seltenheit dar.

Schließlich haben unsere Experten eine mittelalterliche Holzkonstruktion ergraben, die wahrscheinlich mit einem Wasserstauwehr gleichzusetzen ist, das sich auch auf dem Stadtplan von 1578 wiederfindet. Auch hinsichtlich der Funde ist dieser Bereich von besonderer Bedeutung, da die aufgefundene Keramik, darunter hochwertige Siegburger Importware des 14. und 15. Jahrhunderts, aber auch einheimische Grauware und zahlreiche bestens erhaltene Tierknochen von Rind, Schaf, Schwein, Pferd, Hund und Katze aus dem hohen und späten Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammen (12.-15./16. Jahrhundert).

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