Tag der Archäologie am 14. November in Visbek

Zum neunten Mal veranstaltet die Gemeinde Visbek zusammen mit dem Heimatverein des Ortes den Tag der Archäologie. Diesmal geht es am 14. November (Sonntag) um 14 Uhr um Funde aus dem Oldenburger Münsterland. Ort der Veranstaltung ist das Gasthaus Hogeback in Erlte bei Visbek.

Spuren einer eisenzeitlichen Siedlung

Südlich der Bundesstraße 72 und unweit der Autobahn A1 liegt das große Gewerbegebiet des Emsteker ecoparks. Bereits seit der Verlegung einer Ferngasleitung vor einigen Jahrzehnten ist hier eine prähistorische Fundstelle bekannt. Es handelt sich um eine ausgedehnte und teilweise intensiv bebaute, eisen- bis kaiserzeitliche Siedlung, die bereits über mehrere archäologische Ausgrabungen erfasst wurde und immer noch wird.

Mehrfach hat denkmal3D Abschnitte dieser prähistorischen Siedlung ausgegraben. Dabei trat neben Hausgrundrissen, Speichern, Abfallgruben und Brunnen  auch eine große Grabenanlage ans Tageslicht. Sie unterstreicht die offensichtlich besondere Funktion der Siedlung. Dr. Dieter Lammers und Hilko Poppen von denkmal3D zeigen aktuelle Bilder der Befunde und Funde vor Ort.

Wie sichere ich einen archäologischen Fund?

Dass auch Visbek weiterhin im Fokus archäologischer Forschung steht, zeigen sie mit tagesaktuellen Ergebnissen einer seit August 2021 laufenden Grabung am Poggenkamp.  Welche spannenden Arbeiten zu den Geländearbeiten draußen parallel im Innendienst erfolgen, zeigt die Restauratorin Amandine Colson, ebenfalls denkmal3D, am Beispiel vorgeschichtlicher Urnen aus Rechterfeld. 

Von der Stabilisierung während der archäologischen Untersuchung über die Ausgrabung unter Laborbedingungen bis hin zur Restaurierung von Grabbeigaben für etwaige Ausstellungszwecke wird dem Besucher das gesamte Spektrum vorgestellt. Colson gibt auch Einblicke in die Anthropologie, der Bestimmung des Leichenbrandes. Wie genau müssen diese Arbeiten koordiniert werden? Welche Methoden werden angewendet?

Prähistorische Ackerfluren – sog. „Celtic Fields“ – kennen  wir  aus  dem  gesamten  Raum  rings  um  die  Nordsee von England über die Niederlande und Deutschland bis nach Dänemark. War es bis vor Kurzem nur möglich, sie anhand von Bodenverfärbungen in Ackerflächen auf Luftbildern zu erkennen, gibt es seit Kurzem hoch auflösende digitale Geländemodelle, die zu einer Fülle von neuen Funden geführt haben. Vor allem dort, wo seit Jahrtausenden nicht gepflügt worden ist, in den historisch alten Wäldern der Region, liegen großflächig und hervorragend erhaltene Celtic Fields, die bisher unentdeckt geblieben sind. Die neue Datenlage erlaubt nun weitere Forschungen darüber, wer und wie man sie anlegte – und was schließlich aus ihnen wurde. Vorgestellt wird dieses spannende Thema von Michael Wesemann, NLD Oldenburg. 

Der Eintritt ist frei. Es gelten die zu diesem Zeitpunkt gültigen Verwaltungsanordnungen zur Corona-Pandemie, die 2-G-Regelung sowie die Pflicht der Registrierung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Teilnehmermeldungen unter E-Mail (heimatverein-visbek(at)ewetel.net) oder Telefon 04445-988985 (vormittags). 

 

 

 

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