denkmal3D gräbt 2000 Jahre alten Bohlenweg aus - Rekonstruktion dank 3-D-Scans

Die Archäologen von denkmal3D graben eine 2000 Jahre alte Straße zwischen Kroge und Aschen aus. Später soll ein Erlebnispfad entstehen. Vorher erfassen wir den kompletten Weg mit Laserscans, damit er hinterher rekonstruiert werden kann. Die Ausgrabung und Erkundung des rund 2000 Jahre alten Bohlenwegs sind Teil des Projektes „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener/Heeder Moor“, das vom Verein „Naturpark Dümmer“ getragen und mit Hilfe der Europäischen Union und mehreren Fördern finanziert wird, erläutert Moorarchäologin Dr. Marion Heumüller vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Das 520 m lange Teilstück des Weges, das in den kommenden drei Jahren ausgegraben wird, lässt sich laut Heumüller nicht an Ort und Stelle bewahren, denn rundherum wird Torf abgebaut und anschließend das Gebiet wiedervernässt. Nachdem die Archäologen Teile des Weges freigelegt haben und bevor die Bohlen den Weg zur Konservierung ins Industriemuseum Lohne antreten, vermisst denkmal3D-Geschäftsführer Volker Platen den Weg mit dem Laserscanner. Es entstehen Millionen von dreidimensionalen Daten. „Dadurch wird es hinterher möglich, den Weg virtuell zu erhalten und zu rekonstruieren“, erläutert Platen. Die Vermessungen mit modernen Laserscannern dauern nur drei Minuten. Mit den Daten lassen sich hinterher CAD-Zeichnungen und fotorealistische 5-fach HDR-Bilder erstellen. Das Ausgrabungsprojekt ist laut Landesamt das größte seit Jahrzehnten an einem Bohlenweg. Dabei seien nicht nur neue archäologische Funde zu erwarten, die gewonnenen Daten lieferten auch neue Erkenntnisse über die Landnutzung vor 2000 Jahren. Das Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisse der Ausgrabung erlebbar zu machen. Eine moderne Rekonstruktion des Bohlenweges soll in Form einer einen Kilometer langen „Moorloipe“ zu einer Aussichtsplattform führen, von der aus Besucher natürlich erhaltene Moorfläche überblicken können. Am Wegesrand der Moorloipe sollen Informationen über die kulturhistorische Bedeutung des Weges, den Lebensraum Moor sowie dessen Bedeutung für den Klimaschutz vermittelt werden. Der Bohlenweg Pr 6, der das Moor über eine mehr als vier Kilometer lange Strecke durchquerte, zählt nach Angaben des Landesamtes zu den längsten Bohlenwegen Nordwestdeutschlands. Er führte von der Südseite eines weit ins Moor ragenden Mineralbodensporns, der Lindloge bei Aschen, in südwestliche Richtung auf eine nördlich von Kroge gelegene mineralische Erhebung zu. Die Archäologen finden am Wegesrand Räder, Reste von Woll‐ und Lederbekleidung, Holzwerkzeuge, Keramikbruchstücke sowie aufwendig geglättete und geschnitzte Holzstäbe, die vermutlich als Messstäbe verwendet wurden. Die Funde im ehemaligen Moor, die Sven Wilkens und seine Kollegen machen, sind gut erhalten und daher begehrt, glaubt Moorarchäologin Heumüller. „Die Museen werden sich darum reißen.“

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