Aktuelles

>> Unternehmerpreise Oldenburger Münsterland vergeben
>> Bedeutender Mittelalter-Fund in Heiligenberg · Bauarbeiten legen Burg-Überreste frei
>> Neue Erkenntnisse für Holdorfs Geschichte
>> Ausgrabungen im Diepholzer Hochmoor
>> Aschendorf · Auf den Spuren der Jäger und Sammler
>> Gräberfeld mit 51 Urnen bei Erdarbeiten für Biogasanlage entdeckt
>> Erstmal buddeln Archäologen · RWG Baubeginn frühestens Mitte des Jahres – Mit Luftfahrtbehörde abgestimmt
>> Dorf aus der Eisenzeit freigelegt | Archäologische Voruntersuchung brachte bedeutenden Fund
>> Die Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL)
>> Startschuss für Erdgasleitung
>> Beteiligung an den archäologischen Untersuchungen im Bauvorfeld entlang der Norddeutschen Erdgasleitung
>> Archäologen stoßen im Neubaugebiet auf historische Funde – doch die Ausgrabungen sind kostspielig
>> Alter Burgturm und moderne Technik
>> Funde aus der Burg- und Stadtgeschichte am Kapitelplatz in Vechta


Unternehmerpreise Oldenburger Münsterland vergeben
360 Gäste feiern mit den drei Preisträgern beim traditionellen Galaabend der regionalen Wirtschaft in der Stadthalle Cloppenburg
Cloppenburg. Volker Platen und Falk Näth, Dr. Jutta Middendorf-Bergmann und Alfons Suding sind die diesjährigen Preisträger des Unternehmerpreises Oldenburger Münsterland. Bei der feierlichen Preisverleihung im Rahmen des neunten Unternehmerabends Oldenburger Münsterland war die festlich geschmückte Stadthalle Cloppenburg am Freitag mit 360 Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik restlos ausgebucht. Den Preis für sein unternehmerisches Lebenswerk nahm Alfons Suding, Inhaber der SUDING Beton- und Kunststoffwerk GmbH aus Bakum aus der Hand von DIHK-Vizepräsident Otto Lamotte entgegen. Als Unternehmerin des Jahres 2011 wurde Dr. Jutta Middendorf-Bergmann, Inhaberin der Ludwig Bergmann Maschinenfabrik GmbH aus Goldenstedt, geehrt. Der Preis wurde ihr vom Präsidenten des Niedersächsischen Landvolks, Werner Hilse, überreicht. Als Existenzgründer des Jahres 2011 wurden Volker Platen und Falk Näth, Inhaber der denkmal3D GbR aus Vechta, ausgezeichnet. Laudator war Martin Grapentin, Vorstandvorsitzender der Landessparkasse zu Oldenburg…

Als innovative, technologisch ausgerichtete Existenzgründung beschrieb Martin Grapentin, Vorstandsvorsitzender der Landessparkasse zu Oldenburg, das Unternehmen denkmal3D der Vechtaer Existenzgründer Volker Platen und Falk Näth. Die Jury des Unternehmerpreises Oldenburger Münsterland habe „wieder einmal eine gute Wahl getroffen“. Die zweijährige Erfolgsgeschichte könne sich mit nunmehr 14 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als sehen lassen. „Beide ergänzen sich von den Spezialgebieten als auch von den Charaktereigenschaften wunderbar. Einer als Vermesser praktisch und innovativ veranlagt, der andere als Archäologe mit dem Blick fürs Detail.“…

Existenzgründer des Jahres 2011
Volker Platen und Falk Näth
denkmal 3D GbR


2009 gründeten der 38-jährige Vermessungstechniker Volker Platen aus Damme und der 38-jährige Archäologe Falk Näth aus Bremerhaven ihr Unternehmen denkmal3D in Vechta als innovatives Dienstleistungsunternehmen, das die Kompetenzen eines archäologischen Fachbüros mit denen eines Vermessungsbüros kombiniert. Dank modernster Technik bietet es Dokumentationen auf hohem Qualitätsniveau. Das Tätigkeitsfeld des Unternehmens gliedert sich in die drei Bereiche 3D-Vermessung, Kulturgutdokumentation und Archäologie. Durch intelligente Verknüpfung dieser Expertisen ist es denkmal3D möglich, Dienstleistungen aus einem Guss anzubieten und dies schnell, präzise und gründlich.
Platen und Näth haben sich als junge, dynamische und innovative Unternehmer bewährt, die Leidenschaft für die Archäologie mit neuester Technik verknüpfen. „Hohe Zeiteffizienz, strukturierte Abläufe, finanzielle Planungssicherheit für den Auftraggeber sowie individuelle und flexible Projektbetreuung aus einer Hand – von der Planung bis zur Dokumentation“, waren von Anfang an unser Leitbild erklärt Volker Platen. Die positive Entwicklung des Unternehmens schlägt sich auch im Anstieg der Beschäftigungszahlen binnen zwei Jahren auf 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nieder. Neben Diplomingenieuren und Archäologen sind eine Biologin und verschiedene Fachkräfte der Vermessungs- und Grabungstechnik beschäftigt.

„Für archäologische Ausgrabungen ist eine qualitativ hochwertige Dokumentation absolut notwendig“, betont Falk Näth. Anhand dieser Dokumentation können beispielsweise historische Gebäude und die Lebensweise der jeweiligen Kultur nachvollzogen werden. Durch den hohen technischen Standard dieser meist grafischen Dokumentation ist dies auch Jahre nach Beendigung der Ausgrabung möglich. Durch die Kompetenzbündelung im Unternehmen kann denkmal3D eineAusgrabungsstätte umfassend beurteilen. Von der Erfassung der Funde bis hin zur Bodenanalyse kann es durch die breite Streuung der Berufsbilder unter den Mitarbeitern ganzheitliche Lösungen anbieten. Es existiert eine Vielzahl von Firmen, welche archäologische Dienstleistungen anbieten. „Unsere Alleinstellung liegt in der Bündelung der Fachgebiete und der damit einhergehenden effektiven und effizienten Auftragserledigung“, so Platen. Durch eine GPS- bzw. tachymetergestützte Vermessung mit umgehender Planerstellung durch entsprechende Aufmaß- und CAD-Software, liegt der aktuelle Gesamtplan in kürzester Zeit für die weitere Bearbeitung der Fläche vor. Darüber hinaus können komplexe, meist fragile Strukturen wie Mauer- oder Kleinfunde „in situ“ hochgenau mittels 3D-Laserscanner dokumentiert werden. Als Ergebnis entstehen realistische und maßstabsgetreue 3D-Modelle für weitere Untersuchungen und Publikationen. Außerdem bietet denkmal3D einen wissenschaftlich-technischen Support: von der Unterstützung bei archäologisch relevanten Arbeiten, inklusive Fundbearbeitung, über die Digitalisierung der Dokumentation bis hin zu einem Coaching in den gängigen digitalen Messverfahren.

Auch die klassische Vermessung ist eines der Aufgabenfelder. Es werden detaillierte terrestrische Vermessungen mit Berechnung von Flächen, Höhen und Massen durchgeführt. Hochmoderne Technologien wie geodätische Auswerte- und Informationssysteme garantieren neben sachkundigem Know-how und langjähriger Erfahrung eine bestmögliche Durchführung und Auswertung der Arbeit. Als technische Hilfsmittel stehen GPS, Tachymeter, Fotogrammmetrie und 3D-Laserscanner zur Verfügung. Mit den erhobenen topografischen Messwerten können Veränderungen der Erdoberfläche dokumentiert werden, um beispielsweise aktuelle Basisdaten für den schonenden Umgang mit der Umwelt sowie den Landschafts- und Kulturdenkmälern zu erhalten. Die gewonnenen Daten werden digital verknüpft und dienen als Grundlage für die Erstellung von digitalen Geländemodellen, Plänen und Karten sowie Geoinformationssystemen.
Die Erfassung von Objekten und deren umfassende Dokumentation bildet den dritten Arbeitsschwerpunkt. Dabei können Gebäude, Skulpturen, Kunstgegenstände oder ganze Landschaften von wenigen Millimetern bis mehreren Kilometern Ausdehnung erfasst werden. So wurden in der Vergangenheit die Reste des früheren Burgturms in Vechta (Kapitelplatz) oder das Pestruper Gräberfeld gescannt und untersucht. Selbst ganze Burgen, wie Château Coëtfrec in der Bretagne oder technische Anlagen wie Umspann- oder Heizkraftwerke in ganz Deutschland dienen digitalisiert als Grundlage für Planungen von Aufbau- oder Umbaumaßnahmen. Die Messobjekte erfasst der Scanner berührungslos und rasterartig außerhalb des Gefahrenbereiches aus bis zu mehreren hundert Metern Entfernung. Dabei entstehen je Scanvorgang viele Millionen dreidimensionale Punkte, die dann zu Objekt- und Raummodellen umgearbeitet werden.

Bei dieser großen Bandbreite an angebotenen Dienstleistungen wird es auch in Zukunft wohl kaum an Aufgaben und Aufträgen mangeln. Neue Herausforderungen stehen bereits an: So hoffen Volker Platen und Falk Näth darauf, in Kürze ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit der Jacobs University aus Bremen sowie mit der Firma maßwerke aus Münster zu realisieren.

http://www.om23.de/cms/de/aktuelles/822-unternehmerpreise-oldenburger-muensterland-vergeben

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Bedeutender Mittelalter-Fund in Heiligenberg· Bauarbeiten legen Burg-Überreste frei
Von Karin Neukirchen-Stratmann

Heiligenberg. Die archäologischen Funde am Heiligenberg, die während eines Bauvorhabens des Forsthauses Heiligenberg jetzt ans Tageslicht kommen, gehören zu den drei größten Funden frühmittelalterlicher Burganlagen im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover. Das Landesarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf am Dienstag vor Ort erklärt.

Adelheid und Hans-Heinrich Brüning sowie Friedrich Wilhelm Wulf (von links) machten erstaunliche Entdeckungen. Nach den frühmittelalterlichen Burgfunden in Marienburg/Schulenburg bei Pattensen und der Domburg in Hildesheim ist der Fund auf dem Heiligenberg nach Aussage von Friedrich-Wilhelm Wulf vom Regionalteam Archäologie Hannover des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege der "drittgrößte Fund dieser Art im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover". Auf der Streuobstwiese gegenüber dem Haupthaus des Forsthauses sind seit rund zwei Wochen Archäologen des Fachbüros denkmal3D aus Vechta dabei, die bisherigen Funde zu kartografieren, zu zeichnen, zu fotografieren. Andreas Hummel leitet die Grabung, die voraussichtlich noch bis Ende kommender Woche dauern wird. Dann ist es vorbei, dann bleibt das, was bis dahin noch in der Erde an verborgenen Schätzen schlummert, auch dort. Denn: "Wir wollen hier ja kein Bauvorhaben blockieren, und die Baugenehmigung ist schließlich erteilt", erklärt Friedrich-Wilhelm Wulf.

Die Familie Brüning plant an dieser Stelle seit geraumer Zeit den Bau eines Bettenhauses mit 13 Zimmern. Zur Baugenehmigung trat die Denkmalpflege des Landkreises und das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege auf den Plan. "Auflage der Baugenehmigung war die Anlage von sogenannten Schürfen", erklärte Adelheid Brüning auf Nachfrage des WESER-KURIER vor drei Wochen. Adelheid Brüning beauftragte daraufhin das Fachbüro denkmal3D. "Anders als bei Privatbauten muss ich als Unternehmerin die Kosten tragen." Das bedauert Friedrich-Wilhelm Wulf und versucht daher, so kooperativ wie möglich mit der Familie zusammenzuarbeiten. Zusammen mit Heiner Hickmann vom Fachdienst Bauwesen/Denkmalschutz des Landkreises Diepholz, der Familie Brüning und dem Landesamt wurden nach den ersten Funden die weiteren Ausgrabungsschritte geplant, die derzeit laufen. Der Mutterboden wurde großflächig abgetragen. Zu sehen sind nun weitere Fundstellen.

In die Planung involviert war auch Dr. Hans-Wilhelm Heine, beim Landesamt zuständig für Burgenforschung und Bodenarchäologie. Im Oktober hatte er im Rahmen des Archäologiekongresses Bremen über die Burg Heiligenberg gesprochen. Im Buch "Bremen und umzu - Ausflugsziele auf der Düne, Geest und in der Marsch" - herausgegeben vom Nordwestdeutschen Verband für Altertumsforschung - befinden sich drei Seiten über den "Burgwall Heiligenberg" von Hans-Wilhelm Heine. Die Burganlage am Heiligenberg, so wiederholte gestern Friedrich-Wilhelm Wulf, "ist eine der am besten erhaltenen Fundstellen des Mittelalters im Landkreis Diepholz". Die gesamte Anlage umfasse 3,5 Hektar, eine zweite Fundstelle im Landkreis, die Hünenburg im Scharrendorfer Ortsteil Stöttinghausen habe nur 0,5 Hektar. "Dies hier sind ganz andere Dimensionen", kommt Friedrich-Wilhelm Wulf ins Schwärmen.

Ausgegraben wird jetzt nur das, was durch das Bauvorhaben verloren ginge. "Das archäologische Denkmal als solches soll unbedingt erhalten bleiben", betont Wulf. "Bei diesem Fund handelt es sich nicht um irgendeine Anlage, sondern um eine hochrangige", betonte Wulf mehrfach am gestrigen Nachmittag. Wohl auch, um die anwesenden Politiker für die Funde zu begeistern, denn: "Wir wollen die Funde später dokumentieren, das Ganze als Ausstellung zeigen."

Dabei hofft Wulf auf die Mitarbeit von Samtgemeindearchivar Karl Sandvoß und von Heinrich Bomhoff. Für Dokumentation und Ausstellung werde Geld benötigt. Geld, das auch von der Gemeinde und Samtgemeinde kommen könnte. Heinrich Klimisch (CDU) und Ulf-Werner Schmidt (Die Grünen) waren deswegen vor Ort, um sich ein Bild zu machen. "Ein Teil der Funde muss auf jeden Fall hier bleiben, wenn wir öffentliche Gelder geben sollen", erklärte Schmidt. Heinrich Klimisch sieht in dem Fund auch eine "Chance für den Tourismus". Und Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch erklärt: "Natürlich ist das eine großartige Entdeckung. Ich glaube, das hat für die Region eine ganz besondere Bedeutung."

Im Anschluss an die Besichtigung der Ausgrabung zeigte Friedrich-Wilhelm Wulf erste Fundstücke aus der Grabung. Alte Fibeln, Gürtelschnallen, ein Löffelfragment, einige Metallnägel, Kugeln sowie zahlreiche Keramikscherben. Zwar datieren die Funde aus unterschiedlichen Epochen, doch es sind auch Funde aus dem frühen Mittelalter dabei. Einige Funde könnten auch aus dem der Burg folgenden Kloster stammen. Was die Arbeit der Archäologen in der Interpretation der Funde erschwert, ist die Tatsache, dass es kaum Hinweise auf die Burg in alten Schriften gibt. "Das ist erstaunlich", erklärt der Landesarchäologe. "Da kommt noch viel Arbeit auf sie zu", meinte er in Richtung der Archivpfleger der Samtgemeinde.

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/SYKER-KURIER/470315/Mittelalterliche-Funde-am-Heiligenberg%3F.html

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Neue Erkenntnisse für Holdorfs Geschichte
Mehr als 200 Interessierte beim Tag des offenen Grabungsfeldes am östlichen Rand der Gemeinde


„Es bleibt beim 7. Jahrhundert“, fasst der leitende Archäologe kurz und bündig das bevorstehende Ergebnis der Grabungen im kommenden Baugebiet am Lagerweg II zusammen.

Mehr als 200 interessierte Bürger fanden sich gestern im Laufe des Nachmittags beim Tag des offenen Grabungsfeldes auf dem etwa zwei Hektar umfassenden Areal am östlichen Rande des Südkreisortes ein. Fachkundig ließen sie sich von Andreas Hummel, der am 10. Oktober seine Vorgängerin Marion Kanczok bei dieser wissenschaftlichen Bodenuntersuchung ablöste, und Volker Platen über die offengelegte Fläche führen. Jede der bisher 1600 gesteckten Markierungen offenbart die frühe Geschichte Holdorfs.

Und die interessiert auch Manfred Rybka, der zu den Besuchern zählte. „Für die Geschichte von Holdorf sind die gefundenen archäologischen Spuren von großer Bedeutung. Sie haben ja bereits einmal belegt, dass dieser Ort viel früher da war, als man je gedacht hat“, sagt der Holdorfer. Er selbst kannte die heimatlichen Besonderheiten erst ab den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und die zuvor erstmals urkundlich erwähnten 800 Jahre habe er in einem Buch nachlesen können. Aber diese Bodenuntersuchungen brächten handfeste Belege zutage. Und davon gibt es einige, wie der Fund von drei Langhäusern und Nebengebäude in Art eines Vierpfostenspeichers. Außerdem weisen die Reste von Wölbäckern auf die landwirtschaftliche Bedeutung der Ansiedlung hin.

Größere Mengen Siedlungskeramik, die beispielsweise zur Aufbewahrung von Lebensmitteln genutzt wurde, stammt der Zeit vom 8. bis 13. Jahrhundert erklärt Andreas Hummel. Ein besonderer Fund ist ein eindeutig schönes Exemplar eines ausgezeichnet erhaltenen Klopfsteines, der als Werkzeug diente. Aber den aufregendsten Fund machte Ralf Lampe. Der Steinfelder Sondergänger entdeckte einen Bronzering, verziert mit einem Edelstein, vermutlich einem Smaragd, so Andreas Hummel. „Ich vermute, dass dieser aus der frühen Neuzeit ab dem 17. Jahrhundert stammt“, so der Archäologe, der sich aber erst nach konkreten Untersuchungen festlegen will.

Das ist nicht die einzige Überraschung. Ein Fibelfragment, sozusagen eine Sicherheitsnadel von früher, die älter als 2000 Jahre ist, zählt zu den herausragenden Fundstücken. Nach Schätzung des Archäologen stammt diese aus der vorrömischen Eisenzeit.
Autor: H. Vollmer

http://www.holdorf.de/experia-cgi/v2.2/viewhtml.pl?DescriptionFile=holdorf-menu.def&Id=1959&calling=news_more_de&menudepth=2&language=de&osCsid=&navigate_path=@12;news

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Ausgrabungen im Diepohlzer Hochmoor · Denkmalpfleger legen weitere 25 Meter Bohlenweg frei
Von Martin Wein

Diepholz. Sie fällten mächtige Erlen und Eichen, kappten die Stämme in gleicher Länge und schleppten sie ins Moor. Während im fernen Rom die Republik im Bürgerkrieg versank, verlegten Germanen im norddeutschen Flachland auf einer Strecke von 4,2 Kilometern einen breiten, trockenen Weg über das Aschener und Lohner Hochmoor beim heutigen Diepholz. Zwar ist diese technische Meisterleistung der vorrömischen Eisenzeit unter dem Fachnamen "Pr 6" seit 1817 bekannt. Doch mit modernsten Verfahren der Geophysik und anderer Naturwissenschaften lüften Denkmalpfleger erst heute Geheimnisse.

Stück für Stück legen die Helfer die 2000 Jahre alten Bohlen frei. In den kommenden Jahren sollen nun im Zuge des fortschreitenden Torfabbaus weitere 300 Meter des Bohlenweges systematisch ausgegraben und erforscht werden. Bis 2015 nehmen sechs Experten vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) und der Spezialfirma denkmal3D die ersten 25 Meter unter den Spaten. Erst etwa 1000 Meter des Gesamtweges wurden bislang eingehend erforscht, ein weiterer Kilometer ist bereits dem Torfbagger zum Opfer gefallen.

Die lange Grabungsphase sei vor allem durch die besonderen Bedingungen im Hochmoor begründet, erklärt Grabungsleiter Alf Metzler vom NLD. Nur von etwa Mitte April bis Mitte September kann dort sauber gearbeitet werden, falls nicht zu viel Regen fällt. Dabei wird der Moorboden zunächst mit dem Bagger abgetragen. Die letzten 20 Zentimeter heben Arbeiter mit Spaten und kleinen Schaufeln aus. Neben technischen Zeichnungen des 2,7 Meter breiten Weges werden die Funde auch mit Lasertechnik gescannt, mit Messpunkten versehen und von einer unbemannten Drohne aus der Luft fotografiert. Danach folgt die genaue fotografische Aufnahme für den Holzkatalog.

Moderne Zeitbestimmung
"Aus Beilspuren können wir etwa die Breite der verwandten Beile ablesen oder ermitteln, wie der Baum gefällt wurde", erklärt Metzler. Ein Teil der Stämme soll später im Industriemuseum in Lohne für Ausstellungszwecke konserviert werden. Paläoökologe Andreas Bauerochse interessiert sich dagegen für Pflanzenreste und andere Befunde am Rande des Weges, aus denen sich das Mikroklima in der Region um den Dümmer und der Zustand des Moores um die Zeitenwende ablesen lässt.

Auf der Grabung werden zudem erstmals neue Datierungsverfahren getestet, die auch für andere Ausgrabungen hilfreich sein könnten. Bislang lässt sich das Alter des Bohlenwegs anhand der Jahresringe an den Stämmen grob auf die Zeit zwischen 65 und 35 v. Chr. eingrenzen. Allerdings können dafür bislang nur Eichenbohlen verwendet werden. Mit einem Speziallabor in Göttingen soll die Methode jetzt auf Erlen erweitert werden, die zu 90 Prozent im Aschener Moor zum Einsatz kamen. Vielleicht ist damit eine exaktere Zeitbestimmung möglich.

Schließlich hoffen die Archäologen auch auf weitere organische Beifunde. Kleidungsstücke aus Leder, eine Wagenachse und ein Rad sowie zwei sogenannte hölzerne Messstäbe mit regelmäßigen Einkerbungen kamen bei früheren Grabungen am "Pr 6" bereits zutage.

Kurz vor Christi Geburt waren die Ur-Niedersachen regelmäßig auf Holzwegen unterwegs. 350 sind aus den Jahrhunderten um die Zeitenwende in Niedersachsen bekannt. Mit dem "Pr 6" verkürzten sich die Bewohner den beschwerlichen Weg um das 40 Kilometer lange Aschener Hochmoor erheblich. "Aber es gab auch gute Gründe, ins Moor selbst zu gehen", erinnert Metzler. Enten oder Wildgänse ließen sich dort jagen, Bienenkörbe für Heidehonig aufstellen oder Früchte wie Heidelbeeren oder die für ihre halluzinogene Wirkung bekannten Rauschbeeren sammeln. An Birken, die bevorzugt am Moorrand wuchsen, zapften die Menschen Birkenpech als probaten Allzweckklebstoff ab.

Andererseits deuteten die vielen körperlich versehrten Moorleichenfunde auch darauf hin, dass behinderte Menschen, Verräter oder Ehebrecher im Moor "entsorgt" wurden, sagt Metzler. Und eine kultische Bedeutung des oft nebligen Moores als Begegnungsstätte zwischen Mensch und Göttern sei wahrscheinlich. Sie würde - neben der wirtschaftlichen Komponente - die konzertierte Aktion erklären, mit der die Germanen den Bohlenweg anlegten. Erst als die Germanenstämme von den römischen Nachbarn das Pferd zunehmend als Reit- und Zugtier übernahmen, waren auch längere Umwege kein Problem mehr.

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Landkreis-Diepholz/453087/Denkmalpfleger-legen-weitere-25-Meter-Bohlenweg-frei.html

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Aschendorf
Auf den Spuren der Jäger und Sammler

Von Jürgen Eden 26. Juli 2011

Den Archäologen läuft in Aschendorf die Zeit davon. Im August soll dort ein neues Wohngebiet entstehen. Bisher wurden mehrere Spitzen aus Feuerstein gefunden.
Andreas Hummel vom Büro "denkmal3" aus Vechta ist im Auftrag des Landesamtes für Denkmalschutz im Einsatz. In acht Felder wurden die Fläche für Ausgrabungen in Aschendorf eingeteilt.

Aschendorf - Als Papenburger Politiker Anfang dieses Jahres den Weg frei machten für Grabungen in einem neu zu erschließenden Wohngebiet im Papenburger Stadtteil Aschendorf, erschien die benötige Zeit von drei Monaten sehr lang. Doch nun wird es eng, denn erst vier von acht Feldern wurden seit Mai bearbeitet. Ende August soll die Erschließung des neuen Wohngebietes freigegeben werden. Die übrigen vier Flächen können deshalb nur noch im Schnelldurchlauf auf Spuren aus der Eisen- und Steinzeit untersucht werden.

Mit seinem Team von insgesamt acht Archäologen ist Andreas Hummel vom Büro "denkmal3" aus Vechta im Auftrag des Landesamtes für Denkmalschutz täglich bis zu zehn Stunden im Einsatz. Angeschlossen haben sich dem Team die ehrenamtlich tätigen Forscher Dr. Dieter Glatthaar und Dr. Hans-Joachim Albers aus Aschendorf.

Noch keine Spuren von Wohnhäusern gefunden

Die Spuren sind in der Region bisher einmalig und deuten auf die Grundrisse von fünf bis sechs kleinen Funktionsbauten und Speichergebäuden einer Siedlung hin. Bis zu zehn Meter betrugen die Grundrisse dieser Gebäude. Das geht aus den Erdverfärbungen hervor, die zeigen, wo einst die Pfähle standen. Spuren von Häusern, in denen die Menschen damals lebten, konnten noch nicht nachgewiesen werden. "Wir hoffen natürlich, in der verbliebenen Zeit noch Spuren von Häusern zu finden", sagt Hummel. Von einer dauerhaften Besiedlung an dieser Stelle gehen die Forscher allerdings nicht aus. Nach ihrer Einschätzung lebten dort ein oder zwei Generationen. Dann zogen die Jäger und Sammler weiter.

Zu den herausragendsten Funden in Aschendorf gehören bisher mehrere Spitzen aus Feuerstein, die auf 2300 bis 2800 vor Christus datiert werden. Feuersteinvorkommen gab es zwar im Grabungsgebiet nicht, allerdings im Bereich von Anhöhen wie beispielsweise in den Tunxdorfer Bergen. Die Steinspitzen dienten zum Jagen von Wasservögeln und anderem Wild und wurden in Funktionsbauten für die Jagd vorbereitet.

http://www.ga-online.de/?id=540&did=47104
http://papenburg.de/index.php?navigation_id=20035&article_id=75339&_psmand=21&av=1&hid=24&bid=1601

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Gräberfeld mit 51 Urnen bei Erdarbeiten für Biogasanlage entdeckt / „Beeindruckendes Ergebnis“
Statt Fundament Funde aus Zeit vor Christi

Was gibt es Schöneres, als bei 40 Grad in sengender Sonne zwölf Stunden pro Schicht zu graben? Für Falk Näth nichts: „Durch den heißen Sommer war der Boden pulverig, weich und ausgedörrt“, erinnerte sich der Archäologe der Grabungsfirma „denkmal3D“ an die zweieinhalb Wochen in Ohe, als er mit seinen Kollegen Schätze fand, die die Bezirksarchäologin Dr. Jana Fries und Peter Nieslony als Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises begeisterten.

51 Keramik-Urnen eines Gräberfelds aus der Zeit zwischen 800 und 300 vor Christi legten die Experten auf der knapp 4 200 Quadratmeter großen Fläche frei und gipsten sie noch vor dem Heben ein – zum sicheren Abtransport. Aus dem Sand gesiebte Knochenstücke, ein Armreif aus Bronze, Überreste von Verbrennungen und weitere Zeitzeugen gingen ebenfalls mit auf die Reise zur Untersuchung.

„Eine solche Entdeckung ist für den Landkreis außergewöhnlich“, urteilte Nieslony während der gestrigen Präsentation einiger Stücke – und das, obwohl es sich allein für die Gemeinde Dötlingen um die 409. Fundstelle handelt. Jana Esther Fries vom Oldenburger Stützpunkt des Landesamts für Denkmalpflege geht noch weiter: „So etwas hatten wir in den vergangenen 20 Jahren nicht. Das ist ein sehr beeindruckendes Ergebnis.“

Ebenfalls beeindruckt dürfte der Eigentümer der Fläche auf die Endabrechnung im fünfstelligen Bereich blicken – denn diese Grabungskosten bezahlt er. Doch der kooperative Landwirt arbeitete eng mit den Behörden zusammen, lobte Nieslony.

Die Erdarbeiten für die neue Biogasanlage des Ohers ruhten allerdings – seit dem 30. April, als der Radlader auf erste Urnen stieß. „Der Bauherr tat das, was er musste – und meldete es uns“, erinnerte sich Nieslony. Ein Kollege des Landesamts besah sich den ersten Fund. „Er bestätigte, was wir beim Blick in unsere Akten schon ahnten: Direkt neben an liegt ein bereits erfasstes Gräberfeld aus einer früheren Epoche“, schilderte Fries. Die nun entdeckte Bestattungsform kam in der Bronze- und Eisenzeit vor.

Näth beschrieb die Formen der teils gut erhaltenen Behältnisse als „alte Bekannte für diese Gegend“. Nicht umsonst trage das Kegelhalsgefäß bereits den Namen „Typ Dötlingen“. Zudem legten die Grabungstechniker Zylinderhalsgefäße und einen Halsdoppelkonus frei. Ebenso zum Vorschein kam eine Bandhenkelterrine. Zu den Inhalten können die Fachleute erst etwas sagen, wenn sie den schützenden Gips um die Urnen aufgesägt haben: „Dann erst kommen wir an die Überreste der Leichen heran“, verdeutliche Dr. Jana Esther Fries…

http://niedersachsen-auto.de/nachrichten/landkreis-oldenburg/oldenburg/statt-fundament-funde-zeit-christi-891792.html

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GANDERKESEE, 17. März 2010
Erstmal buddeln Archäologen
RWG Baubeginn frühestens Mitte des Jahres – Mit Luftfahrtbehörde abgestimmt

von Karsten Kolloge
Ganderkesee - Auf dem neuen Gelände der Raiffeisen-Warengenossenschaft an der Westtangente wird in die Hände gespuckt. Mit einem Bagger werden Gräben ausgehoben und kleine Wälle angelegt. Freilich: Wer hier die ersten Erdarbeiten für den neuen RWG-Markt vermutet, der liegt verkehrt. Denn zuvor wird das 2,2 Hektar große Gelände von Archäologen unter die Lupe genommen.

Das Landesamt für Denkmalschutz halte es für möglich, dass in Teilen des Ganderkeseer Industrie- und Gewerbegebietes noch Zeugnisse einer prähistorischen Besiedlung im Boden schlummern, erläuterte Fachdienstleiter Bruno Müller. Deshalb werde der Boden untersucht, bevor die RWG baut.

Wie berichtet, waren erst Ende 2009 nahe Brüning die Reste einer Siedlung aus der Eisenzeit entdeckt worden. Auf dem künftigen RWG-Areal habe der Boden allerdings bislang nichts Bemerkenswertes preisgegeben, hieß es vom Vechtaer Vermessungs- und Archäologie-Fachbüro „denkmal3d“, das mit der Untersuchung an der Tangente beauftragt wurde…

http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Ganderkesee/Artikel/2294011/Erstmal+buddeln+Arch%E4ologen.html

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>> Dorf aus der Eisenzeit freigelegt | Archäologische Voruntersuchung brachte bedeutenden Fund
Quelle: Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG

Landkreis Rotenburg.  (r/hm). Seit Ende 2010 werden im Vorfeld der Verlegung der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) archäologische Untersuchungen im Trassenverlauf durchgeführt. Jetzt konnte bei Waffensen ein Dorf aus der Eisenzeit freigelegt werden.
Die NEL ist nicht nur eines der größten Projekte zur Energieversorgung Europas, sondern auch das größte archäologische Projekt in Niedersachsen. Auf 200 Kilometern Länge wird die etwa 36 Meter bereite Trasse in Niedersachsen angelegt. Schon in einem frühen Planungsstadium wurden die Archäologen beteiligt. Aufgrund der Größe des Bauvorhabens bildete sich ein Projektteam aus dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und den zuständigen Kreisarchäologen. Die jetzt angelaufenen Arbeiten vor Ort werden von verschiedenen archäologischen Grabungsfirmen durchgeführt.

Die Grabungen finden zumeist weit im Vorfeld der eigentlichen Verlegung der Rohrleitung statt, um die späteren Baumaßnahmen nicht zu verzögern. So wurde auch zwischen Sottrum und Waffensen ein Trassenstück frühzeitig archäologisch untersucht und schon bald stellte sich der Erfolg ein: Ein Dorf aus der Eisenzeit konnte in Teilen freigelegt werden. Die bislang geborgenen Keramikscherben lassen die Siedlung etwa in die Zeit zwischen 800 und 400 vor Christus datieren. Zahlreiche Vorrats- und Abfallgruben wurden festgestellt, die während des alltäglichen Dorflebens angelegt wurden. Da es seinerzeit weder Kühlschrank noch Müllabfuhr gab, nutzten die Menschen stattdessen in den Boden eingelassene Gruben, die Vorräte kühl hielten und Abfälle entsorgten.

Von besonderer Bedeutung sind jedoch zwei mutmaßliche Hausgrundrisse, die sich in der Fläche abzeichnen. "Bislang sind im Landkreis Rotenburg nur zwei bis drei Hausgrundrisse dieser Zeitstellung bekannt, aber auch überregional betrachtet sind derartige Befunde sehr selten“, so Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse. Ungewöhnlich seien die mit etwa einem Meter extrem tiefen Wandgräben, die für die notwendige Stabilität der ursprünglich aus Flechtwerk errichteten Hauswand sorgten. Aufgrund der Bedeutung des Fundplatzes wurden die seltenen Grundrisse mit Hilfe einer Drohne – eines unbemannten Flugobjekts – aus der Luft dokumentiert. Die Firma Helicontrol aus Taaken, die auf mehreren Grabungen bereits Erfahrungen bei der archäologischen Dokumentation sammeln konnte, war glücklicherweise kurzfristig verfügbar, da wegen des engen Zeitplans der Bauarbeiten die Hausgrundrisse nur kurze Zeit in einem gut sichtbaren Zustand belassen werden konnten. Nach dem erfolgreichen Fotografieren aus der Luft wurden die Verfärbungen im Boden vermessen, gezeichnet und sorgfältig ausgegraben. Weiterhin wurden Bodenproben entnommen, die auf ihren Gehalt an Phosphat analysiert werden sollen. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Nutzung der Bauten zu, da sich beispielsweise die Viehhaltung in einem Stall deutlich in erhöhten Phosphatwerten abbildet.
http://www.rotenburger-rundschau.de/redaktion/redaktion/aktuell/data_anzeigen.php?dataid=86884



>> Die Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL), eines der größten Projekte zur Energieversorgung Europas,
ist Herausforderung und Chance auch für die Archäologie im Land Niedersachsen.
http://www.landeszeitung.de/lokales/news/artikel/weitere-meldungen-1f69aa90c5/



>> Startschuss für Erdgasleitung
Verlegung der Rohre startet diese Woche in Achim / Kreisgrenze in wenigen Kilometern erreicht

http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-rotenburg/rotenburg/startschuss-erdgasleitung-1172033.html



>> Beteiligung an den archäologischen Untersuchungen im Bauvorfeld entlang der Norddeutschen Erdgasleitung
http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=045308



>> Archäologen stoßen im Neubaugebiet auf historische Funde – doch die Ausgrabungen sind kostspielig
Quelle: Kreiszeitung.de – Daniel Niebuhr, Visbek

Oldenburg - Von Daniel Niebuhr VISBEK · Dass Visbek auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken kann, war Bürgermeister Heiner Thölke ja durchaus bekannt. Was die Grabungsfirma „denkmal 3D“ allerdings Ende vergangener Woche auf dem Gebiet des Neubaugebiets Uhlenkamp II aus dem Boden holte, verschlug selbst dem Stadtoberhaupt die Sprache. Die Archäologen des Unternehmens stießen bei Probebohrungen auf Gräber aus der Bronzezeit (2200 bis 1200 vor Christus), eine vorgeschichtliche Siedlung und einen Friedhof aus dem frühen Mittelalter.
Ein großer Sandkasten: Am Visbeker Uhlenkamp wird nach Fundstücken aus der Geschichte gegraben. „Das war selbst für die Fachleute eine Sensation“, jubelte Dr. Jana Fries vom Landesamt für Denkmalpflege in Oldenburg, die vor allem vom Friedhof-Fund „sehr überrascht war“.
Bei den Ausgrabungen wurden unter anderem Knochenreste gefunden, die auf die Zeit von 800 vor Christus hindeuten. „Wir haben hier offenbar die Gräber der ersten Christen in Visbek“, freute sich Falk Näth von „denkmal 3D“ und erklärte auch, wie er zu dieser Annahme kommt. „Einige Gräber sind zwar noch in Nord-Süd-Richtung angelegt“, so der Archäologe, „die meisten aber schon mit Blick nach Osten, wie es den christlichen Regeln entspricht.“ Näth und seine Mitarbeiter wollen nun im ersten Bauabschnitt bis Ende April die Ausgrabungen in der nördlichen Hälfte des Gebiets abschließen und sich danach dem südlichen Teil widmen. "...“

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>> Alter Burgturm und moderne Technik
Quelle: Oldenburgische Volkszeitung – Andreas Kathe (31.08 2010)

Der alte Turm war in sich zusammengestürzt. Einst stand er am südlichen Rand der Vechtaer Burg, jetzt liegen die Steine in einer tiefen Baugrube neben dem Sanitätshaus am Kapitelplatz und werden vom Team um Volker Platen und Falk Näth exakt digital vermessen. Der Vermessungsingenieur Platen, er stammt aus Damme, und der Archäologe Näth aus Huntlosen leiten im Auftrag der Stadt Vechta die Ausgrabungen am Kapitelplatz. Mit ihrer Firma denkmal3D nutzen sie die Laserscan-Technik für die dreidimensionale Aufnahme des Fundortes und der Fundstücke.
„Die moderne Vermessungstechnik ist auch in der Archäologie angekommen", sagt Platen. Sie spart vor allem Zeit und damit Geld, denn aufwendige Zeichnungen per Hand sind kaum noch nötig. So können nach der detaillierten Aufnahme der Ausgrabungsstätte per Fotografie und dreidimensionaler Vermessung und der Bergung archäologisch wertvoller Funde die Bauarbeiten ohne größere Verzögerungen weitergehen.
„Die Schnelligkeit und die Genauigkeit sind die großen Vorteile", ist Falk Näth überzeugt. Laserscan ist ein Verfahren, das denkmal3D zusammen mit der Berliner Firma Laserscan einsetzt. Es erlaubt, „sich auf dem Computerbildschirm immer genau den Ausschnitt ansehen zu können, den man gerade gebraucht". Was die Computertechnik nicht ersetzen kann, ist die wissenschaftliche Aufarbeitung von Fundort und Fundstücken. „Das wird in einer Erstinterpretation auch von uns geleistet", sagt Näth. Ansonsten ist gerade im Vechtaer Fall die Zusammenarbeit mit dem Museum im Zeughaus von besonderer Bedeutung: „Die klappt ausgezeichnet. Die Ergebnisse und Deutungsversuche werden sehr zeitnah veröffentlicht."
Die Vechtaer Firma denkmal3D, im November 2009 gegründet, macht das, was früher in erster Linie Aufgabe der staatlichen Archäologen war. Mit der Änderung des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes und der Auflösung der Bezirksregierungen sind seit fünf Jahren die Landkreise zuständig. Deren Denkmalpfleger stimmen sich mit den Auftraggebern für die Ausgrabungen ab - in diesem Fall die Stadt Vechta. Die Stadt zahlt für die Arbeit der Archäologen, was sie im Übrigen auch müsste, wenn das Landesamt für Denkmalpflege aktiv wird. „..."

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>> Funde aus der Burg- und Stadtgeschichte am Kapitelplatz in Vechta
Quelle: Oldenburgische Volkszeitung – Andreas Kathe (Juni / Juli 2010)

Das „Miteinander von Baggerschaufel, Archäologenlöffel und Pinsel“ fasziniert Vechtas Bürgermeister Uwe Bartels. Am Rande der Großbaustelle am Kapitelplatz zwischen Justizvollzugsanstalt, Klosterkirche und Marienhospital fällt sein Blick auf gleich mehrere Stellen, an denen die Ausgrabungsspezialisten der Vechtaer Firma „denkmal3D“ Spannendes aus der Vergangenheit ans Tageslicht befördern. Dies immer in Abstimmung mit den Mitarbeitern der Erdbaufirma Kowalski & Steinke, die zeitgleich die Vorarbeiten für den Bau von Tiefgarage und Ärztehaus vorantreiben. Archäologe Falk Näth und Vermessungsexperte Volker Platen erläutern die Grabungsergebnisse und Funde. Dazu gehören eine ausgezeichnet erhaltene alte Hakenbüchse, ein Vorläufer der modernen Gewehre aus dem 15. Jahrhundert, oder spätgotische Formsteine aus der Zeit des alten Nonnenklosters aus dem 14./15. Jahrhundert. Besondere Fundstücke sind zudem eine mittelalterliche Knochenflöte und eine Ringfibel mit Ösen in der Form von Händen. „Das ist Hansesymbolik“, sagt Näth. Und damit ein Beleg für Verbindungen aus der Stadt Vechta heraus zum mittelalterlichen Städte und Kaufmannsbund der Hanse. Die Namen von Vechtaer Bürgern und Burgmännern findet sich auch in den Bürgerlisten so mancher Hansestädte wieder. Die Ausgrabungen am Kapitelplatz, die Mitte Mai begannen und im September beendet sein sollen, haben schon jetzt mit rund 150 Befunden mehr Resultate erbracht, als im Vorfeld erwartet worden war. Falk Näth verweist auf mögliche Reste der alten Vechtaer Burg im Nordwesten des Untersuchungsgebietes oder auf einen mittelalterlichen sogenannten „Wasserbär“; eine Anlage zur Wasserhaltung und -umleitung. Über mehrere Jahrhunderte der Stadtentwicklung sind hier zu verfolgen mit Burg- und Klostergeschichte, einem uralten Burgmannshof, Behördenbauten der Neuzeit und Resten der früheren evangelischen Schule. Spannend, so Näth, weil es auch hilft, Forschungslücken der Stadtentwicklung im gesamten Norden Deutschlands zu schließen. Uwe Bartels sieht zwar auch die finanzielle Belastung der Stadt durch die Ausgrabungen; gerade hat der Verwaltungsausschuss des Stadtrates dafür 300 000 Euro bewilligt. Aber für ihn überwiegen die Vorteile. Man könne durch die zeitgleichen Bau- und Ausgrabungstätigkeiten die Baufristen einhalten und: „Es gibt auch die Freude darüber und das Interesse daran, viel mehr über die Geschichte Vechtas zu erfahren.

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